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Frage: Entspricht die Position der Probenahmepunkte im Abgaskanal nach Angaben des Messinstitutes den Anforderungen des technischen Regelwerks (DIN EN 15259)? Falls nicht, wurden angemessene Maßnahmen ergriffen, um trotzdem eine repräsentative Messung sicherzustellen?
Prüfumfang:
Es ist zu prüfen, ob die unter Punkt 3 des Messberichtes („Beschreibung der Probenahmestelle“) gemachten Angaben zur Messstrecke folgende Vorgaben erfüllen:
Grundvoraussetzung:
•Einlaufstrecke ≥ 5 dh und Auslaufstrecke ≥ 2 dh ?
Physikalische Randbedingungen:
•Winkel zwischen dem Gasstrom und der Mittelachse des Abgaskanals < 15°?
•keine lokale Negative Strömung?
•Verhältnis der höchsten zur niedrigsten örtlichen Gasgeschwindigkeit im Messquerschnitt < 3:1?
Handlungsempfehlung:
Sind die Grundvoraussetzungen und/oder physikalischen Bedingungen nicht eingehalten, so sind bestimmte Maßnahmen notwendig, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind:
Fall | Grundvoraussetzung | Physikalische Bedingungen | Maßnahme |
---|---|---|---|
1 | eingehalten | eingehalten | keine |
2 | eingehalten | eine oder mehrere nicht eingehalten | Angabe im Messbericht mit Begründung, der Position des Messquerschnitts + bauliche Maßnahmen erforderlich |
3 | nicht eingehalten | eingehalten | Netzmessung bzw. Messnetzverdichtung |
4 | nicht eingehalten | nicht eingehalten | bauliche Maßnahmen erforderlich |
Eine Nicht-Einhaltung der physikalischen Bedingungen macht in der Regel die Einrichtung normkonformer Messstrecken durch den Betreiber erforderlich, da sonst keine repräsentative Messwertermittlung gewährleistet ist und somit keine Grenzwerteinhaltung geprüft werden kann. Dazu ist in Zusammenarbeit mit dem Betreiber und der Messstelle die Umsetzbarkeit von nötigen baulichen Maßnahmen zu prüfen. Für eine Beratung zur Art und Weise der Maßnahmen kann das HLNUG hinzugezogen werden.
In Fall 3 hat die Messstelle bereits bei der Messung o. g. Maßnahmen zu treffen. Sollten die Maßnahmen nicht erfolgt sein, sollte das HLNUG kontaktiert werden, um gegebenenfalls weitere Absprachen mit der Messstelle zu treffen.
Hintergrund:
In der DIN EN 15259 ist unter 6.2.1 angegeben, dass die Messstrecke, also der Bereich einer geführten Quelle, welcher den Messquerschnitt sowie Ein- und Auslaufstrecke umfasst, die Probenahme und die Durchführung der Messungen in geeigneten Messquerschnitten gestatten muss. Für umfangreiche Emissionsmessprogramme können mehrere Messstrecken und/oder mehrere Messquerschnitte innerhalb jeder Messstrecke benötigt werden. Die Anforderungen gelten für jede Messstrecke und jeden Messquerschnitt.
Bei der Planung und Auswahl einer Messstrecke sind unter Beachtung der Messaufgabe die folgenden Gesichtspunkte zu berücksichtigen:
a) Die Messstrecke ist so zu positionieren, dass im Messquerschnitt repräsentative Messungen des Volumenstroms und der Massenkonzentration der Luftverunreinigungen möglich sind.
b) Der Messquerschnitt ist in einen Bereich des Abgaskanals (Kamin usw.) zu legen, in dem homogene Strömungsverhältnisse und Konzentrationen erwartet werden können.
Diese Anforderung ist im Allgemeinen erfüllt, wenn sich der Messquerschnitt
- so weit wie möglich hinter oder vor Einbauten, die eine Änderung der Strömungsrichtung verursachen können,
- in einem geraden Kanalabschnitt mit einer Einlaufstrecke von mindestens fünf hydraulischen Durchmessern vor und einer Auslaufstrecke von mindestens zwei hydraulischen Durchmessern nach dem Messquerschnitt erfüllt und
- in einem Kanalabschnitt mit konstanter Form und konstanter Querschnittsfläche befindet.
c) Messungen an allen nach 8.2 und Anhang D festgelegten Messpunkten müssen belegen, dass die Abgasströmung im Messquerschnitt die folgenden Anforderungen erfüllt:
1) Der Winkel zwischen dem Gasstrom und der Mittelachse des Abgaskanals muss kleiner 15° sein.
2) Es darf keine lokale negative Strömung auftreten.
3) Es muss eine Mindestgeschwindigkeit in Abhängigkeit vom verwendeten Messverfahren zur Bestimmung des Volumenstroms vorhanden sein (für Staudrucksonden ein Differenzdruck größer 5 Pa).
4) Das Verhältnis der höchsten zur niedrigsten örtlichen Gasgeschwindigkeit im Messquerschnitt muss kleiner 3:1 sein.
d) Die Einrichtung von Messstrecken in vertikalen Kanälen ist derjenigen in horizontalen Kanälen vorzuziehen, da in horizontalen Kanälen Sedimentation auftreten kann, was zu Fehlern bei der Messung führen kann (z. B. bei Schwermetallen, PCDD/PCDF)
e) Die Messstrecke ist dort zu positionieren, wo die Errichtung von geeigneten Messbühnen möglich und die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur gewährleistet ist.
f) Die Messstrecke ist eindeutig festzulegen und zu kennzeichnen, damit eine eindeutige Identifizierung der Emissionsquelle für behördliche oder andere Zwecke möglich ist.